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Bewegung in der Krebsrehabilitation: Früher starten, besser leben

Die Krebsrehabilitation erfordert Bewegung ab der Diagnose und nicht erst nach der Therapie. Frühe körperliche Aktivität kann die Lebensqualität erheblich steigern.

vonTim Neumann15. Juli 20263 Min Lesezeit

Krebsrehabilitation: Bewegung ab Diagnose statt erst nach Therapie

Mythen über die Krebsrehabilitation umgeben den Bereich der Onkologie wie ein dichter Nebel, der oft schwer zu durchdringen ist. Eine weit verbreitete Annahme ist, dass Patienten erst nach Abschluss ihrer Therapie mit einem Rehabilitationsprogramm beginnen sollten. Dieses Missverständnis könnte allerdings schwerwiegende Folgen für die Lebensqualität der Betroffenen haben. Schauen wir uns einige der häufigsten Mythen und deren Entlarvung an.

Mythos: Bewegung ist erst nach der Therapie sinnvoll.

Die Vorstellung, dass körperliche Betätigung erst nach der Therapie von Nutzen sei, ist nicht nur irreführend, sondern auch kontraproduktiv. Studien zeigen, dass bereits bei der Diagnose mit einem maßvollen Trainingsprogramm begonnen werden kann. Die Vorteile sind vielfältig: Dazu gehören eine verbesserte körperliche Fitness, ein besseres psychisches Wohlbefinden und die Reduzierung von Nebenwirkungen, die durch die Behandlung entstehen können. Ein sprintender Patient ist zudem ein besserer Patient – zumindest in Bezug auf das Management der Krankheit. Die Idee, sich erst dann zu bewegen, wenn die "schlimmste Zeit" vorbei ist, ist also eher ein Relikt aus vergangenen Zeiten.

Mythos: Zu viel Bewegung kann den Körper schädigen.

Ein weiterer verbreiteter Mythos ist die Annahme, dass Sport während der Behandlung den Körper belasten und die Heilung behindern könnte. Tatsächlich ist moderates Training in der Regel unbedenklich und kann die Genesung sogar fördern. Der Schlüssel liegt in der Anpassung der Intensität und der Art der Bewegung an den jeweiligen Patienten und die spezifischen Behandlungsmodalitäten. Funktionelle Übungen und sanfte Aktivitäten, wie Yoga oder gezielte Physiotherapie, können den Körper unterstützen, ohne ihn zu überfordern. Fragen Sie sich: Wer profitiert mehr von einem gesunden Lebensstil während der Behandlung? Der Patient oder die Couch?

Mythos: Bewegung ist nur für junge Patienten geeignet.

Eine oft geteilte Annahme ist, dass körperliche Aktivität hauptsächlich für jüngere Patienten von Bedeutung ist. Diese Vorstellung ist nicht nur falsch, sondern auch potenziell gefährlich. Ältere Patienten können ebenso von körperlicher Aktivität profitieren. Studien zeigen, dass Senioren, die aktiv bleiben, eine verbesserte Lebensqualität und eine höhere Lebensdauer aufweisen. In vielen Fällen führt eine gezielte Bewegung dazu, dass ältere Patienten weniger anfällig für Stürze und andere altersbedingte Komplikationen sind. Wer lässt sich schon gerne von einem 80-Jährigen beim Yoga übertreffen?

Mythos: Rehabilitationsprogramme sind nur für bestimmte Krebsarten.

Ein weiteres Missverständnis ist die Annahme, dass Bewegungsprogramme nur für bestimmte Krebsarten von Nutzen seien. Ob Brust-, Lungen- oder Prostatakrebs – Bewegung spielt in der Rehabilitation eine zentrale Rolle, unabhängig von der Diagnose. Die zugrunde liegenden Mechanismen, die körperliche Aktivität zur Linderung von Schmerzen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen, sind universell. Man könnte sagen, dass das einzige, was hier nicht universell ist, das Vorurteil selbst ist.

Mythos: Ein Rehabilitationsprogramm ist zu kostspielig und aufwendig.

Schließlich glauben viele, dass Rehabilitationsprogramme finanziell und organisatorisch nur schwer umzusetzen sind. Tatsächlich gibt es in vielen Ländern mittlerweile Programme, die von den Krankenkassen unterstützt werden. Darüber hinaus sind viele Übungen, die im Rahmen der Rehabilitation empfohlen werden, auch ohne teure Fitnessgeräte durchführbar. Selbst ein Spaziergang im Park kann heilende Wirkungen haben. Manchmal sind die besten Dinge im Leben nicht nur kostenlos, sondern auch im eigenen Garten oder der eigenen Nachbarschaft zu finden.

Es wird deutlich, dass Bewegung in der Krebsrehabilitation keinesfalls ein nachträglicher Gedankenstrich sein sollte. Die Forschung spricht eine klare Sprache: Frühzeitige Aktivität kann das Wohlbefinden erheblich steigern und die Genesung beschleunigen. Anstatt den eigenen Körper während der Therapie in einen Dornröschenschlaf zu versetzen, könnte man also auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, ihn ein wenig zu wecken. Vielleicht mit einem sanften Workout in der eigenen Stube oder einem ruhigen Spaziergang? Die Möglichkeiten sind vielfältig und warten nur darauf, entdeckt zu werden.

Die nächste Frage bleibt also, ob man bereit ist, seinen eigenen Mythos zu hinterfragen. Wer könnte dafür besser geeignet sein als man selbst?

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